Verlobung, Plätzchen, Dauerstress – Was Weihnachten mit deiner Hochzeitsplanung gemeinsam hat

von | Nov 29, 2021 | Hochzeitstipps, Queer heiraten

Endlich ist wieder Adventszeit! Die Zeit der Besinnlichkeit, der Liebe und der ruhigen Tage. Plätzchen essen, Tee trinken und die Liebsten lieb haben – so schaut die Vorweihnachtszeit doch in unseren Köpfen aus. Lichterketten überall, warme Bommelmützen, lächelnde Menschen.

Es fällt uns nicht leicht, diese Illusionen zu zerstören, aber oft genug ist die Zeit vor Weihnachten doch nur eins: Dauerstress! Wer kriegt welche Geschenke? Wann besuchen wir wen an den Feiertagen? Die Innenstädte sind voll, die Online-Shops überlastet und irgendwie sind wir vor lauter Zucker-Fett-Stress-Overload alle ziemlich dünnhäutig. Statistiken zeigen es seit Jahren: Zu keiner Zeit des Jahres trennen sich mehr Paare als zum Jahreswechsel.

Die Wahrheit über die ach so besinnliche adventszet

Woran liegt das? Warum gehen gerade in der vermeintlich romantischsten Zeit des Jahres so viele Beziehungen in die Brüche? Warum wird  zwischen Glühwein und Vanillekipferl so viel gestritten?

Ein großer Faktor ist die Erwartungshaltung an diese Zeit. Wir alle erwarten Besinnlichkeit und Romantik. Bloß kommt das ja nicht von alleine. Es werden keine Glöckchen läuten, wenn wir sie nicht selber klingeln. Trotzdem sind wir irgendwie enttäuscht, wenn es nicht von selbst passiert.

Dazu kommt der allgemeine Weihnachtsstress. Geschenke, Feiertage planen, noch schnell alles mögliche vor dem Jahresende erledigen. Auf dem Stresslevel eskalieren Kleinigkeiten ziemlich zügig zu einem saftigen Streit. Ganz besonders dann, wenn auch noch die üblichen Familien-Diskussionen dazu kommen: „An Heiligabend betrinkt sich dein Vater wieder und wird ausfallend!“, „Tante Inge will ich an Weihnachten nicht sehen, die ist total homophob!“, „Deine Großeltern konnten mich noch nie leiden!“

Gibt’s dann noch das innere Bilanz-Ziehen kurz vorm Jahresende, wenn wir zurückschauen und uns überlegen, wie wir das Neue Jahr starten wollen, kann die Liebe in diesem Dauerstress auch mal auf der Strecke bleiben.

Und was hat jetzt die Weihnachtszeit mit der Hochzeitsplanung zu tun?

Lies den Absatz oben einfach nochmal und ersetze Weihnachten mit Hochzeitsplanung.

Die Erwartungshaltung an die Verlobungszeit ist vielleicht sogar noch heftiger als die in der Adventszeit. Kaum steckt der Ring am Finger, kaum ist das „Ja, ich will“ auf die Frage aller Fragen ausgesprochen wird erwartet, dass der Himmel voller Geigen hängt, das alles rosarot wird und die Verlobten sich nur noch mit Kosenamen und Komplimenten bewerfen. Aber nur, weil man plötzlich nicht mehr „nur“ zusammen, sondern eben verlobt ist, ändert sich weder die Beziehung noch der Mensch an sich. Die Verlobungszeit wird genau so romantisch und rosarot, wie ihr sie euch macht!

Dazu kommt alles, was mit der Hochzeitsplanung zu tun hat. Und die kann so richtig stressig werden. Da sind hunderttausend Punkte auf der Liste, hunderttausend Aspekte zu beachten, die eigenen Vorstellungen, das Budget – Dienstleistende, Location, Deko, Klamotte, Musik, Einladungen, Gästeliste, Sitzplan, Unterhaltungsprogramm. Schon klar, dass in diesem Dauerstress die Romantik ziemlich schnell zu kurz kommt.

Wenn dann noch die üblichen Familien-Diskussionen dazu kommen und die Tatsache, dass alle ihren Senf abgeben und sich in die Planung einmischen – Puh, Zündstoff für Streit gibt es genug.

Und natürlich kann es auch in der Verlobungszeit den Moment geben mit dem Blick auf die Zukunft, dem Lampenfieber und der Torschlusspanik – im Dauerstress könnte das kritisch werden.

Wie ihr es schafft, dass diese zeit tatsächlich besinnlich und romantisch wird:

Besinnt euch auf das Wesentliche

Worum geht es eigentlich beim Fest der Liebe und bei eurer Hochzeit? Wenn wir uns einfach mal alles wegdenken, was außenrum passiert, all die Erwartungen, all die „Traditionen“? Ja, genau, es geht um euch und die Liebe. Darum, dass ihr euch gefunden habt unter 7 Milliarden Menschen auf der Welt! Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! Also schaut euch in die Augen, nehmt euch in den Arm und freut euch genau darüber: Dass ihr euch habt.

Dieser Moment kann eure Tradition während der Vorweihnachtszeit und bei der Hochzeitsplanung werden: Einmal in der Woche wird darauf angestoßen! Auf euch und auf eure Liebe.

Besprecht, was ihr überhaupt wollt

Was ist eigentlich EUCH wichtig an Weihnachten und für eure Hochzeit? Braucht ihr das übliche, typische Brimborium, das große Futter-Gelage und die vielen Geschenke? Oder macht ihr das nur, weil „es sich so gehört?“

Sprecht doch einfach ganz offen und ehrlich drüber, was ihr euch wünscht. Wie euer perfektes Weihnachten und wie eure perfekte Hochzeit ausschaut. Denn Traditionen mögen Traditionen sein, aber Gesetze sind sie nicht. Vielleicht wird es Zeit, eigene Traditionen zu schaffen, wenn ihr merkt, dass das „Typische“ euch nicht zufrieden macht.

Denn eins ist klar (und das sollten wir uns alle viel öfter sagen): „Wir sind genug! Wir als Menschen, die sich lieben. Wir als Familie.“ 

Nehmt euch Zeit füreinander

Gerade in Zeiten, die besonders stressig sind, könnt und solltet ihr euch immer wieder Inseln nur für euch suchen. Plant ganz bewusst Wir- und Ich-Zeit ein. Sei es in der Vorweihnachts- oder der Verlobungszeit. Das müssen keine großen Events oder Dates sein, oft reichen schon kleine Aufmerksamkeiten oder gemeinsame Zeit. Ein Filmeabend, zusammen kochen, ein Tag ganz für dich alleine, ein Geschenk an dich selbst oder auch einander eine kleine Freude machen. Sollten euch die Ideen dafür fehlen oder ihr ein bisschen Inspiration brauchen, von 1.12. bis zum 24.12. findet ihr genug davon in unserem QIL-Adventskalender bei Instagram.

Seid offen für Kompromisse

Ganz egal, ob Hochzeits- oder Weihnachtsplanung: Miteinander sprechen, gut zu dir selbst sein, einander zuhören, bewusste Auszeiten planen und Kompromisse eingehen ist für beides ein absoluter Geheimtipp.

Nur, wenn ihr wisst, was dem Gegenüber und euch selbst wichtig ist, könnt ihr zusammen eine Lösung für knifflige Themen finden. Für Weihnachten kann das heißen: Der Heiligabend zu Zweit daheim, am 1. Feiertag zu deinen, am 2. Feiertag zu meinen Eltern. Nur ein kurzer Kaffeestop bei Oma, weil Tante Gisela auch da sein wird…. 

Für die Hochzeit kann das heißen: Ein DJ am Abend statt einer Band, dafür bei der Trauung Live-Gesang. Es wird nur die nahe Verwandtschaft eingeladen und dafür der Freundeskreis aus dem Studium…

Unser FAzit zur Vorweihnachtszeit und zur Hochzeitsplanung

    Weniger Stress, mehr Liebe.
    Weniger alle anderen, mehr Wir.
    Weniger „Das gehört sich so!“, mehr „So wünschen wir uns das!“

     

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